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Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen sind Welterbe:
Die archäologischen Fundstätten „Ödenahlen“ und „Alleshausen-Grundwiesen“ auf der Liste des universellen Erbes der Menschheit!

Das Welterbekomitee hat auf seiner 35. Sitzung im Juni 2011 in Paris die „Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen“ als Welterbe anerkannt und in die Welterbeliste eingeschrieben. Ein großartiger Erfolg für die Pfahlbauarchäologie!

Die transnationale serielle Welterbestätte umfasst stellvertretend für über 1000 bekannte Fundstellen 111 Pfahlbaustationen in den sechs Alpenländern Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Frankreich. Die Schweiz war bei dem Antrag federführend, der baden-württembergische Teil des Antrages wurde im Landesamt für Denkmalpflege und dort in der Arbeitsstelle Feuchtbodenarchäologie in Hemmenhofen erarbeitet.

In Baden-Württemberg sind über 100 Feuchtbodenfundstellen bekannt. 15 Fundstellen stehen jetzt auf der Welterbeliste und gehören zum universellen Erbe der Menschheit: neun Fundstellen liegen am Bodenseeufer, fünf im Federseegebiet und an oberschwäbischen Kleinseen. Die nördlichste Pfahlbaustation ist Ehrenstein (Gemeinde Blaustein) auf der Schwäbischen Alb.

Auf der Gemarkung von Alleshausen liegen Teile der Fundstelle Ödenahlen und die Station Grundwiesen. Im Nördlichen Federseeried befindet sich die Station Ödenahlen. Sie wurde in 1930/40er Jahren entdeckt und 1981 vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg erkundet.

Außergewöhnlich ist die Erhaltung einer bis zu 1 Meter mächtigen Kulturschicht mit mehreren Bauhorizonten. Häuser mit den zugehörigen Fußböden, Lehmestriche und Herdstellen, selbst aufrecht stehende Wandteile sind noch vorhanden. Eine Palisade umschloss einst das Siedlungsareal. Ödenahlen ist eine wichtige und repräsentative Fundstelle für die „Pfyn-Altheimer-Gruppe“ Oberschwabens und gleichzeitig die Fundstelle, an der diese Kulturgruppe erstmals in Oberschwaben erkannt wurde.

Die zweite archäologische Fundstelle ist die Station Grundwiesen, südlich von Alleshausen am westlichen Rand des Federseeriedes gelegen. 1989 wurde die Station entdeckt; 1990-1992 und zuletzt 2005 erkundete das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg die Fundstelle.
Alleshausen-Grundwiesen repräsentiert eine Siedlung der „Goldberg III-Gruppe“, die auf Flachsanbau und Viehwirtschaft spezialisiert war. Sie ist das beste Beispiel in Oberschwaben für das Aufkommen von neuen sozialen Strukturen, Wirtschaftsstrategien und technische Innovationen in der spätesten Phase des Endneolithikums. Besonders hervorzuheben ist hier der Fund einer Radscheibe. Die Siedlungsschichten bilden eine Ablagerung von bis zu 1,2 m Dicke, die gut erhaltene Hausböden mit mehreren Bauphasen umfassen.

Beide Fundstellen sind – wie alle Feuchtbodenfundstellen - wertvolle Archive für die Erforschung von Umwelt und Wirtschaft, da die Erhaltungsbedingungen für organische Materialien wie Holz, Textilien oder Pflanzenreste hervorragend sind. Mit Hilfe naturwissenschaftlicher Analysen kann der Werdegang ganzer Dörfer jahrgenau rekonstruiert werden, die Entwicklung von Landwirtschaft und Tierhaltung wird ebenso nachvollziehbar, wie die Ernährung der Dorfbewohner. An keinem anderen Ort der Welt wird die Entwicklung jungsteinzeitlicher und metallzeitlicher Siedlungsgemeinschaften vom 5.-1. Jahrtausend v. Chr. so deutlich sichtbar, wie in Feuchtbodensiedlungen. Deshalb hat das Welterbekomitee die „Prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen“ als Welterbe anerkannt. Der Welterbetitel ist jedoch nicht nur Ehre, sondern auch Verpflichtung zum Erhalt dieses universellen Erbes der Menschheit für zukünftige Generationen.

Die archäologischen Fundstellen sind nicht begehbar. Ebenso ausführliche, wie interessante Informationen zum Thema Feuchtbodenarchäologie bietet das Federseemuseum in Bad Buchau.




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